Wenn eine Lehre nicht stimmt, lehne ich alles ab
Häufig begegnet in evangelikalen Kreisen folgende Haltung bei der Beurteilung anderer Christen: Weil bei einem Christen, in einer Gemeinde oder in einer Bewegung eine Lehre nicht stimmt, lehnt man alles ab, was damit zu tun hat.
Dahinter scheint ein „Sauerteig-Gedankenmodell“ zu stecken: Ein lehrmäßiger Fehler „durchsäuert“ alles. Wer andere so beurteilt, tut so, als ob bei ihm (lehrmäßig) alles stimmt und er deswegen derart über andere (Christen) urteilen darf.
Doch ganz sicher ist auch bei jenem dem Christen, der andere so beurteilt – bei seiner Gemeinde und in seiner Bewegung – vieles schief; und dennoch wird Gott auch durch ihn handeln und wirken. Dies ist ein Prinzip des „Licht und Schattens“ und eben kein „Sauerteig-Prinzip“. Und wer über eine auch nur halbwegs gesunde geistliche Selbsteinschätzung verfügt, wird auch für sich sagen, dass Gott ihn trotz seiner Fehler gebraucht. Er beansprucht für sich das „Licht- und Schattenprinzip“.
Aber bei den Leuten, die er beurteilen und ablehnen will, wendet er das „Sauerteig-Prinzip“ an. Mit welcher Begründung macht man diesen Unterschied?
Erschafft man sich damit nicht lediglich auf bequeme Weise ein widerspruchfreies Weltbild, indem man alles ablehnt, was einem nicht in den Kram passt?

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