Betonung des eigenen Bibellesens

Bis in die Neuzeit hinein mussten Christen in ihrem geistlichen Leben ohne eine eigene Bibel auskommen. Viele Jahrhunderte lang gab es keine Bibelübersetzungen in den Landessprachen, viele konnten nicht lesen und Bücher waren für Normalsterbliche kaum zu bezahlen.

Gerade die ersten Christen, die für uns in vielerlei Hinsicht eine Orientierung sind, hatten allerhöchstens das Alte Testament und einzelne Bücher des Neuen Testaments in ihren Gemeinden. Und pro (Haus-)Gemeinde wird es wohl im Regelfall kaum mehr als eine Abschrift gegeben haben. Daher wird der einzige Zugang zur Bibel das Vorlesen der Schriften bei Zusammenkünften der Gemeinde gewesen sein.

Wieso betonen wir dann heute, dass man als Christ seine eigene Zeit des Bibelstudiums haben muss, in dem man sich selber aus der Schrift geistlich versorgt?
Ist dies nicht ein sehr vom Individualismus unserer Zeit geprägter Gedanke?

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass es zur Zeit des Neuen Testaments gar kein Neues Testament gab.

~ von Erasmus der Geist am Mittwoch, 30. April 2008.

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