Christen und die Musik (Teil 1)
Zuerst mal eine kurze allgemeine Beobachtung
Mir fällt auf, dass es beim Thema Musik seit ca. 20 Jahren keine neue Auseinandersetzung mit dem aktuellen Musikstilen innerhalb des christlichen Lagers gibt. Das mag daran liegen, dass die Autoren, die heute Bücher über Rockmusik schreiben, sich ihre Meinung vor 20 Jahren gebildet und seit dem nicht mehr an die gegenwärtigen Entwicklungen in der Musik angepasst haben.
In den „Rock-Ist-Böse-Büchern“ werden als Beispiele immer wieder dieselben Bands genannt: Stones, Black Sabbath, Beatles, AC/DC, Hendrix, Janis Choplin (usw.). Alle diese Gruppen sind heute nicht mehr repräsentative Vertreter der vorherrschenden Musikstile. Der Rock von heute hat teilweise fast gar nichts mehr mit dem zu tun, was man vor 30 Jahren „Rock“ nannte.
„Es gibt es von Satan geschaffene Musik.“
Hier muss ich heftig widersprechen: Alles, wirklich alles gute kommt von Gott; Jak 1,18. Auch Musik, auch die musikalischen Fähigkeiten eines satanistischen Musikers, auch die Fähigkeit und der Fleiß sein Instrument zu erlernen, auch die Sprachbegabung für seine Texte, auch die Fähigkeit sich mit seiner Band abzustimmen, usw.
D.h., dass auch bei einer satanistischen Band mit üblen Absichten und miesen Texten immer noch unglaublich viel Gutes in deren Musik von Gott ermöglicht und geschenkt wird, was man auch wahrnehmen kann. Damit hat der Teufel nichts zu tun.
Nirgends werden dem Teufel kreative schöpferische Fähigkeiten zugeschrieben. Er kann nur das Gute von Gott in die falsche Richtung lenken – aber er kann es in seiner schöpfungsmäßigen Schönheit dadurch nicht völlig verderben.
Satan ist genial – aber in dem Sinne, dass er genial Dinge in die falsche Richtung umleiten kann. Eigentlich sollte die schöne Gabe der Musik dazu da sein, ihren Schöpfer zu preisen. Satan sorgt dafür, dass sie benutzt wird ihn zu lästern.
Aber er ist nicht genial in dem Sinne, dass er sich die tolle Musik zum Gotteslästern auch noch selber ausdenkt. Da profitiert er lediglich davon, dass Gott in der Regel den Musikern, die ihn lästern die gute Gabe der Musik nicht wegnimmt.
Daher bleibt in solchen Fall ein Zwiespalt: Mir gefällt bei einer solchen Band die Musik einerseits zurecht, weil sie die von Gott gegeben musikalischen Möglichkeiten zum Ausdruck bringt. Andererseits missfällt mir, dass die schöne Musik von Satan zweckmäßig fehlgeleitet wird. Licht und Schatten verweben sich hier miteinander.
Dieses Problem habe ich aber nicht nur bei Musik. Es stellt sich mir bei fast allen anderen denkbaren kulturellen Aktivitäten: Auch in Filmen, Büchern, Theaterstücken, Hörspielen, bildender Kunst (usw.) habe ich fast immer diese Vermischung, da die meisten Künstler keine Christen sind und waren und somit auch nicht zur Ehre Gottes tätig waren.
Es ist unfair diese strengen Maßstäbe in besonderer Weise auf Rockmusik anzulegen, aber bei z.B. Büchern wesentlich lockerer zu sein – v.a., weil ein Buch als reines Sprachmedium noch viel stärker unser Denken beeinflussen kann. Und es ist schließlich das Denken, in dem unser Kampf stattfinden (Röm 12,1.2).
to be continued

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