Der Lauf im Hamsterrad

Hier mal eine Sicht auf die Welt und das Leben aus einer sehr pessimistischen Betrachtungsweise:

Die Welt ist bescheuert. Manchmal hilft ja der Gedanke, dass es anderen Menschen noch schlechter geht. Manchmal. Aber dann gibt es die Tage, an denen man klarer sieht – und heute ist so ein Tag. Da versteht man besser, dass die, denen es schlechter geht nur in einer noch bescheuerteren Lage sind. Doch dies relativiert meine Lage nicht zum Guten. Der Kontrast ist nicht: Ihnen geht es schlecht – also geht es mit gut. Nein! Vielmehr geht es ihnen absolut bescheuert und mir „nur“ bescheuert.

Wie komme ich zu solch einer Anklage des Lebens schlechthin? Beobachtung. Beobachtung mein Freund. Schau dir das Leben doch an:
Du stehst auf, im besten Falle wäscht du dich – und kaum hast du es bemerkt bist du wieder dreckig. Wann bist du dreckig geworden? Oft weist du es selber nicht. Irgendwann im Laufe des Tages. Vorhin warst du sauber, jetzt wieder dreckig. Oder wie ist es mit dem Hunger? Du isst etwas und bald darauf bist du wieder hungrig. Oder der Toilettengang. Gerade warst du noch erleichtert – und jetzt hältst du schon wieder Ausschau nach einem stillen Örtchen.
Was will ich damit sagen? Vielleicht ungefähr soviel: Dieses Leben ist so schrecklich vergänglich. Nichts bleibt. Jeder schöne Moment vergeht. Jeder gute Zustand wird ganz von alleine wieder schlecht – man muss sich überhaupt nicht darum bemühen; das passiert schon ganz von alleine. Und es kostet wieder viel Mühe in den alten Zustand der Zufriedenheit zurückzugelangen.

Ich möchte so weit gehen und dies behaupten: Unser ganzes Leben ist ein Bemühen mit all dem fertig zu werden, was uns am Glücklichsein hindert. Bin ich hungrig muss ich was essen. Bin ich dreckig, muss ich mich waschen. Fühl ich mich einsam, gehe ich auf eine Party, um mich nicht mehr so zu fühlen. Leben ist wie das Reagieren auf ungebetene Gäste, die einen permanent stören. Und genau das kotzt mich an diesem Leben so tierisch an.

Nichts Neues ist unter der Sonne erkannte der Prediger schon vor Tausenden von Jahren. Jedem Menschen, der je die Welt erblickte ist es so gegangen. Jeder musste sich mit diesem Leben auseinandersetzen. Und ich soll es jetzt auch tun. So lange ich über diesen elenden Kreislauf nicht nachdenke, mag es noch erträglich sein. Doch wird mir die grausame Realität, von der ich mich durch Aktivismus ablenke, wieder neu vor Augen tritt und bewusst wird, dann resigniere ich. Betrete ich das Hamsterrad der Sinnlosigkeit nur um zu laufen? Nur um dabei zu sein?

Lauf dummer Mensch. Lauf im Hamsterrad! Ob es dir nun gefällt – doch welche Alternative hast du?

~ von Erasmus der Geist am Mittwoch, 30. April 2008.

Eine Antwort to “Der Lauf im Hamsterrad”

  1. Mit einen blauen Flatterband, versah einmal, versah einmal,
    ein Tattergreis vom Niemals-Land, Dolch im Gewand, Dolch im Gewand,
    den frischen, zarten Knaben!

    Er ließ ihn hüpfen, man hörte sagen, man hörte sagen
    der Alte wollte sich dran laben, der Alte wollte sich dran laben,
    am herrlich blauen Flatterband!

    Der Knabe, er sprang im Kreis aus freien Stücken, ganz allein, ganz allein,
    das Flatterband flog dicht am Rücken, aus freien Stücken, aus freien Stücken

    Und unter hellstem Mondenschein, da flattern Gottes Kinderlein,
    man hörte sagen, man hörte sagen, der Alte wolle sich dran laben!

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