Zeitnot bei Christen

Eine Beobachtung die ich immer wieder mache: Überdurchschnittliche viele Christen leben in „permanenter Zeitnot“. Gerade dann, wenn sie sich auch in der Gemeinde engagieren hat man den Eindruck, dass man ohne Voranmeldung die nächsten drei Monate keinen „Termin bei ihnen bekommt“.

Da stellt sich mir die Frage, ob dies von Gott so gewollt ist. Verheißt uns Gott nicht ein Leben in Fülle und aus seiner Kraft (und das schon hier auf Erden und nicht erst in der Ewigkeit!)? Will Gott, dass so viele Christen abgehetzt durchs Leben eilen?

Die Frage ist sehr berechtigt, wenn man bedenkt, dass wir Zeugen für Gott in dieser Welt sein sollen und dass man an unserem Lebensstil etwas von Gottes Wirken erkennen soll. Doch was erkennt ein Außenstehender in diesem Fall? Nun, wahrscheinlich in erster Linie, dass Gott ein „Arbeitgeber“ ist, der seinen „Knechten“ kaum Zeit zum Atmen lässt.
Man muss sich wirklich die Frage stellen, ob das Christsein, das wir leben, für andere überhaupt lebenswert erscheint.

Wenn es wirklich so ist, dass Gott uns nicht mehr zumutet als wir ertragen können – warum muten wir uns dann selber mehr zu?
Kann es sein, dass wir so abgehetzt leben, weil wir Gott zu wenig vertrauen und meinen, die Dinge selber in die Hand nehmen zu müssen (vielleicht weil man sieht, dass es ja sonst keiner machen würde).
Vielleicht nimmt man sich und seinen eigenen Beitrag zu wichtig, wenn man sich den Zeitkalender so voll packt. Es ist die Illusion der eigenen Unverzichtbarkeit.

Wenn Gott seine Kinder wirklich so mit Gaben ausgestattet hat, wie es uns die Bibel verheißt, müsste kein Christ abgehetzt leben und innerlich ausbrennen.

~ von Erasmus der Geist am Mittwoch, 30. April 2008.

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