Zum Opfersystem des Alten Testaments
Ein Ansatz ist, sich vorzustellen, was das Opfern wirtschaftlich für einen Israeliten bedeutete. Fleisch war (und ist es auch heute noch für viele Volksgruppen) etwas Besonderes und Teures, dass man nicht alltäglich aß.
Das Opfersystem forderte von den Israeliten in folgendem Sinne Glauben: Sie mussten eines von ihren besten Tieren opfern – obwohl dieses Tier ein Teil ihrer Lebensgrundlage war. Und dann mussten sie zusehen, wie einige Teile „sinnlos“ verbrannt wurden und andere Teile an die Priester verschenkt wurden.
So erforderte solch ein Tieropfer viel mehr praktisches Vertrauen an Gott und den Sinn des Opfersystems, als uns das aus heutiger Sicht auf den ersten Blick offensichtlich ist; ohne die göttliche Perspektive wäre das Opfern eine sinnlose Fleischverschwendung gewesen.

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