„didaktischer Betrug“ in der Nacharbeit und die Spätfolgen
Nun zur eigentlichen Frage: Ist „didaktischer Betrug“ – wie bei der Beschreibung des Aufbaus eines Atoms – in der Nacharbeit bei einem jungen Christen wirklich nötig? Es geht nicht um die Frage, ob man Themen vereinfacht darstellt. Dies ist sicherlich nötig, um ihn nicht zu überfordern.
Sondern es geht um einen zweiten Punkt: Tut man so, als ob die Vereinfachungen die ganze Wahrheit sind oder sollte man nicht vielmehr von Anfang an die Vorläufigkeit und Modellhaftigkeit dessen, was vermittelt wird, betonen? Als Beispiel sei die Form der stillen Zeit genannt: Tut man so als ob es die eine Form ist, die richtig ist? Oder zeigt man von Anfang an, dass man sie auch anders machen könnte, dass es aber für den Neubekehrten am praktischsten ist, sie jetzt so wie vorgeschlagen zu machen?
Ich thematisiere dies deshalb so stark, weil ich folgendes Argument schon öfter gehört habe: „Jeder Christ muss selber merken, dass das was er am Anfang gelernt hat, nicht alles zu dem Thema ist.“. Meine Beobachtung ist jedoch, dass viele über diese erste Belehrung nie hinauskommen. Das alleine wäre ja noch nicht so schlimm. Was dann aber leider in den Gemeinden oft passiert, ist, dass sich aus dieser ersten Belehrung eine Gesetzlichkeit entwickelt. Viele Christen finden nie wieder aus der Enge dieser Praxis heraus und machen sie auch für andere zum Gesetz.
Von daher scheint es mir in geistlichen Dingen elementar wichtig zu sein, dass man die Vorläufigkeit und Relativität von vereinfachten Lehrmodellen deutlich und ehrlich vermittelt und eben nicht so tut, als seien sie die volle biblische Wahrheit.
Denn sonst kann „didaktischer Betrug“ aufgrund der intellektuellen Trägheit vieler Christen ganz schnell in eine lähmende Gesetzlichkeit führen.

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