Der Mut zur Ungeistlichkeit als das kleinere Übel

So seltsam es klingt: Es gehört Mut dazu, seine Ungeistlichkeit nicht zu verdecken, wo sie tatsächlich vorhanden ist.

Damit soll nicht gesagt sein, dass dies der erstrebenswerte Idealzustand wäre. Aber noch viel schlimmer als eine (ehrliche) Ungeistlichkeit ist ein Vorheucheln von Geistlichkeit, wenn man mit anderen Christen zusammen ist – schlimmer für die anderen und auch für einen selber.

Das ehrliche Eingeständnis vor sich selber und vor anderen ist der erste Schritt, der eine Veränderung überhaupt erst möglich macht; doch dazu gehört – gerade im christlichen Umfeld – Mut. Denn man wird nicht selten schief angeguckt, wenn man nicht die „frommen Paradeantworten und Mustergewohnheiten“ hat.

~ von Erasmus der Geist am Donnerstag, 1. Mai 2008.

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