Determinismus Teil 6: Die Moral im deterministischen und indeterministischen Weltbild

Determinismus
Im naturalistischen Determinismus gibt es keinen Gott oder sonst etwas Übernatürliches, dass dem Menschen eine verbindliche Moral gegeben hätte. Aber der Mensch hat eine durch bestimmte Faktoren determinierte Vorstellung von Richtig und Falsch. Diese Vorstellung von Moral wirkt auf den Menschen einen so großen Zwang aus, dass er sie in seinem Handeln nicht außer acht lassen kann.

Man könnte auch annehmen, dass es ein Ziel gibt, auf das das determinierte Weltganze zusteuert. Der Mensch wäre dann Teil des Ganzen und würde dazu determiniert werden, alle Handlungen bei anderen, die nicht zu dem Ziel führen zu strafen. Dies wäre ein äußerer Faktor zur Erziehung derer, die entgegen der Zielrichtung des Weltganzen handeln.
Der Mensch erfasst dieses Ziel des Weltganzen, indem er dazu gebracht wird, bestimmtes für richtig und bestimmtes für falsch zu halten.

Indeterminismus
Auch im naturalistischen Indeterminismus ist keine gottgegebene Moral vorhanden. Ich vertrete an dieser Stelle einen theistischen Indeterminismus. Die Moral ist von einem höheren Wesen durch eine Offenbarung an die Menschheit gegeben (sowohl innerlich durch das Gewissen, sowohl äußerlich durch einen Maßstab: z. B. die Bibel).

Der Mensch moralisiert ganz automatisch jede Handlung nach gewissen Maßstäben. Der Wortschatz ist voll von wertenden Vokabeln. Die Tatsache, dass man die Entscheidung eines Menschen in einer Situation als gut oder schlecht bezeichnet, setzt Folgendes voraus: Er hatte eine Möglichkeit zwischen mehreren Handlungen frei zu wählen und hat sich für die schlechtere bzw. bessere zu entscheiden.
Die Entscheidungsfreiheit ist Grundlage, um eine Handlung – nach welchem Maßstab auch immer – als „gut“ oder „schlecht“ zu bezeichnen.

~ von Erasmus der Geist am Freitag, 2. Mai 2008.

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