Gott als Kriegsherr?
Wenn der Krieg nicht in die ursprüngliche Schöpfungsordnung Gottes gehört, sondern erst mit dem Sündenfall in die Welt kam, ergibt sich für mich ein denkerisches Problem: Wieso schildert sich Gott selber als „Kriegsherr“. Wie kann sich Gott in einer solchen durch den Sündenfall verursachten Konfliktform des Bösen darstellen?
Ich kenne das Prinzip, dass Gott sich in anthropomorpher Redeweise darstellt, weil wir Menschen ihn sonst nicht fassen könnten. Aber das hier geht einen Schritt weiter: Die Analogie des Kriegsherrs ist keine „neutrale Schöpfungsordnung Gottes“, sondern eine durch den Sündenfall verderbte. Krieg ist immer etwas Negatives – und auch wenn deutlich wird, dass Gottes Kriege einen berechtigten Anlass haben, dann bleibt dennoch die Tatsache, dass die konkrete Kriegshandlung nie genau nach Gottes Willen verlaufen ist, sondern dass dabei immer auch Unbeteiligte werden leiden müssen. Wie kann sich Gott derart mit einem solchen Geschehen identifizieren?
Es ist für mich und für meine Begegnung mit nichtchristlichen Menschen eine große Herausforderung, diese Selbstdarstellung Gottes einzuordnen. Das Denken vom grausamen Gott im Alten Testament scheint mir hier einen Anhaltspunkt zu haben.

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